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Wie soll das alles weiter gehen?

Terra X Lesch & Co

Wenn wir als Verursacher im sogenannten Westen (die schon vielen Jahrzehnte das Klima anheizen) nicht bald das Ruder umlegen, dann hat die Menschheit das Leben auf dieser Erde „verkackt“. Aber wie das so ist mit der Gier und der Dekadenz, die viele Freiheit nennen. Besinnen wir uns doch mal auf die grundsätzlichen Bedürfnisse zur Lebenserhaltung und nicht nur ums Höher, Schneller und Weiter der Gewinne. Jetzt sollte etwas anderes ganz oben in der Aufgabenliste stehen!

Und diejenigen, die noch immer glauben, dass das alles nur Panikmache ist, dem sei gesagt: Eure Kinder werden jeglichen Respekt vor euch verlieren, die noch immer glauben, irgendwas verpasst zu haben. Wahrscheinlich war die lange Friedenszeit ohne Unruhen in der Gesellschaft einfach zu lang?

Also, wie oft wollen wir sehenden Auges solche Unwetter wie diesen Sommer in NRW und Rheinlandpfalz noch ohne Gegenmaßnahmen bezahlen? Es werden wohl noch einige sein, meine Meinung.

Vereinsamung durch Individualisierung?

Ein interessanter Bericht dazu in der Sueddeutschen

26. Juli 2021

Populismus: Die Einsamkeit der Querdenker

Bewegungen wie die Querdenker, Gelbwesten oder Proud Boys haben eines gemeinsam: Ihre Anhänger sind allein. Über ein Symptom unserer Zeit.

In einer kürzlich ausgestrahlten Dokumentation erinnert sich der frühere französische Premierminister Édouard Philippe an den Aufstieg der Protestbewegung der gilets jaunes im Winter 2018. Den an ihren gelben Warnwesten zu erkennenden Männern und Frauen, die jeden Samstag die Verkehrskreisel Frankreichs besetzten, ging es erst um eine Abschaffung der Ökosteuer auf Benzin, dann aber um viel mehr. Philippe erinnert sich, dass er die Sprecherinnen und Sprecher der Bewegung sehr bald nach den ersten Aktionen nach Paris in seinen Amtssitz einlud, um zu verhandeln. Aber am Morgen des vereinbarten Termins sagten sie ab: Sie hatten aus den eigenen Reihen Morddrohungen erhalten.

Die große und gewaltbereite Bewegung, die nicht nur in Paris, sondern in allen Provinzstädten Zehntausende Menschen mobilisieren konnte, verabscheute jede Form der politischen Repräsentation, sie duldete auch keine Kommunikation mit dem Regierungschef. Wer auch immer von ihnen im Fernsehen auftrat, wurde von den politischen Freundinnen und Freunden diskreditiert und angefeindet. Alles sollte vermieden werden, was die Bewegung in eine Organisation, gar in eine Partei überführen könnte. Das war neu: Eine Bewegung, die nirgendwohin möchte, die allen misstraut, vor allem den eigenen Leuten.

Das Auto war ihre Verbindung zur Außenwelt. Sie suchten Gemeinschaft am Kreisverkehr

Studien ergaben dann, dass es eine Bewegung von zuvor vor allem einsamen Personen war: Die meisten wohnten erst wenige Jahre an dem Ort, von dem aus sie zum Protestieren aufbrachen. Das Auto war ihre Verbindung zur Außenwelt. Sie suchten an den Kreiseln ein neues Gemeinschaftsgefühl, blieben aber misstrauisch bei allen Interaktionen, die nicht von Angesicht zu Angesicht vorgenommen werden können. Heute sind sie irrelevant.

Die Gelbwesten sind eine der vielen seltsamen politischen Bewegungen, die der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren Rätsel aufgaben. Eine andere war die amerikanische Tea Party – eine Bewegung, in der gut situierte Bürgerinnen und Bürger gegen die Pläne der Obama-Regierung für eine umfassendere Krankenversicherung auf die Straße gingen. Ihre Argumente – Obama plant Todesausschüsse und strebt die totale Macht an – waren dreiste Lügen und Übertreibungen. Besonders heftig waren ihr Eifer und ihr Hass, das strategische politische Ziel bleibt bis heute ein Rätsel. Teile davon haben in der Republikanischen Partei eine Heimat gefunden, seitdem ist die Idee einer überparteilichen Zusammenarbeit dort ausgestorben. Die Tea Party verachtet nämlich die Tugend des parlamentarischen Kompromisses und auch die übrigen Techniken, die einen Interessenausgleich mit anderen Menschen ermöglichen.

Ihren traurigen Höhepunkt erreichte diese Logik am Tag des Sturms auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021: Weil man sich in dieser Welt keinen Spielregeln beugt, sondern immer wieder eigene erfindet und ihre Geltung stur einfordert, blieb nur die für die sozialen Medien inszenierte Gewalt. Dahinter standen zwar einige organisierte Gruppen wie die Proud Boys und die Oathkeepers – aber viele der Rechtsanarchisten hatten sich solo radikalisiert und stolperten durch den Tag wie durch die private Realität eines Videospiels. Nun stehen einige davon vor Gericht, einer nach dem anderen, allein.

Nicht viel anders agierte die Bewegung, die das Vereinigte Königreich in den Brexit bugsierte: Als der Bruch mit Europa per Referendum vollzogen war, sah man keine wirklichen Wortführer des Brexits in den Verhandlungsstäben oder bei der praktischen Gestaltung des Lebens danach. Nach der herkömmlichen Ordnung der politischen Dinge hätte es den führenden Brexiteers zufallen müssen, eine Regierung zu bilden und das Land in die von ihnen vorgestellte Zukunft zu führen. Aber sie haben dazu weder Organisation noch Partei und auch keine Ambition, allein die Loslösung selbst war ihr Ziel. Der Rest wurde einer uralten Partei überlassen, die auch diese Mode noch mitmacht, um weiter an der Macht zu bleiben, und notfalls eben lügt.

Bewegungen, die keine Organisation möchten und auch nicht teilnehmen am politischen Wettbewerb und am parlamentarischen Verfahren, sind ein Kennzeichen der Zeit. Ihnen gemeinsam ist ein sehr spezifischer und stets hasserfüllter Furor. Diesen kulturellen Treibstoff beziehen ihre Mitglieder aus derselben Quelle: stundenlange Solosessions vor den Radikalisierungsfilmen und Chatgruppen der großen digitalen Plattformen, theoretisch vernetzt, faktisch aber ganz allein.

Früher wären die gröbsten Verirrungen noch vor dem Mittagessen ausgeräumt worden

Auch die Bewegung der Querdenker fügt sich gut in dieses Schema. Wer die Wortbeiträge auf Demonstrationen hört, die Schilder liest, kann sich fragen, ob die steilen Thesen, etwa der ewige Vergleich der Bundesrepublik mit dem NS-Staat oder dem SED-Regime, den Test eines freimütigen politischen Smalltalks in der Familie oder am Arbeitsplatz bestehen mussten. Kennen die denn niemanden, der diesen offenkundigen Unsinn widerlegt – oder sind sie für andere Ansichten gar nicht mehr erreichbar? Als der individuelle Alltag noch kommunikativ durch Großfamilie, Firma, Nachbarschaft, Kirche und Gewerkschaften geprägt war, wären die gröbsten historischen Verirrungen noch vor dem Mittagessen ausgeräumt worden. Heute hingegen werkeln viele Menschen an ihren Privatideologien wie einst Modellbauer im Hobbykeller an besonders komplexen Holzschiffen.

In dem sehr aufschlussreichen sechsteiligen Podcast „Cui bono: WTF happened to Ken Jebsen?“ über die Geschichte des Querdenker-Idols kann man dieses Muster gut studieren: Jebsen wurde umso radikaler, je weniger er an Institutionen, journalistische Redaktionen oder Freundeskreise gebunden war. Das war ein längerer Prozess: Vom Fernsehen wechselte er zum Radio, eigentlich wollte man ihn überall loswerden. Als sich auch enge Weggefährten abwandten, weil seine Positionen zu Israel immer abenteuerlicher wurden, als er also isoliert arbeitete, zündete er eine neue Stufe seiner Verschwörungs- und Misstrauensproduktion: Seine erfolgreichsten Videos zeigen ihn ganz allein beim flüsternden Agitieren und spiegeln damit die Rezeptionssituation seiner Anhänger. Maximale Radikalisierung klappt am besten in maximaler Isolierung.

Das ist auch ein verblüffendes Element in den Videos, die prominente deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler unter dem Titel „Allesdichtmachen!“ veröffentlichten. In den kurzen Clips geht es um eine querdenkerisch raunende, notdürftig satirisch bemäntelte Kritik an den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Aber die Form ist für eine Gruppe, die sich ja als solche versteht und auf öffentlichen Zuspruch hofft, ganz erstaunlich: Sie stehen nicht etwa gemeinsam und einladend vor der Kamera, wie es Mitglieder einer neuen Bewegung sonst gerne tun, vielmehr flüstert und raunt in diesen Filmchen jede und jeder für sich allein – verloren in einer viel zu großen Filmstudio-Wohnung. Die Inszenierung: abgefilmte Selbstgespräche. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Einsamkeit noch mal verdeutlicht und diese Art der Soloradikalisierung verstärkt. Nach den Warnungen vor dem segensreichen Impfstoff und lebensrettenden Maßnahmen werden diese Bewegungen sich neue Themen suchen, immer befeuert von wechselnden Interessengruppen. Werden Panik machen, ihre Opponenten verteufeln, hier und da zur Gewalt tendieren und letztlich versanden.

Man sollte diese Bewegungen in einem Zusammenhang und vor dem Hintergrund einer umfassenderen gesellschaftlichen Entwicklung betrachten – der Zunahme der Einsamkeit. Schon zu Beginn des Jahrhunderts veröffentlichte der amerikanische Soziologe Robert Putnam seine Studie „Bowling Alone“, in der er eine wichtige Feststellung traf: Die Teilhabe der amerikanischen Bürgerinnen und Bürger an Vereinen und Organisationen, in denen sie auf anders gesinnte, anders sozialisierte Menschen trafen und mit denen zusammenarbeiten mussten, nahm rapide ab. Freizeit wurde individuell verbracht und gestaltet. Man ging zwar noch zum Bowlen, aber in den entsprechenden Vereinen war kaum noch jemand. Putnam schrieb damals dem Fernsehen eine kulturelle Mitschuld zu, weil es eine einsame Freizeitgestaltung erleichtert.

Ohne Zweifel hatte er so den Beginn eines säkularen Trends beschrieben, der sich seitdem noch mal mit beträchtlicher Energie fortgesetzt hat: Die großen digitalen Plattformen haben ausgeklügelte Techniken, um die Nutzer zum stundenlangen Schauen und Surfen zu verführen, und vermitteln zugleich eine Illusion von Gemeinschaft. Mehr noch: Die gesamte Wirtschaft hat sich vom industriellen Modell der Belegschaft, die in der Nähe der Betriebsstätte wohnt und deren Familie kirchlich, gewerkschaftlich oder nachbarschaftlich organisiert ist, wegbewegt.

Heute bestimmen Mobilität und Flexibilität die Arbeitswelt, die Risiken der Existenz werden zunehmend privatisiert. Volksparteien, Kirchen und Gewerkschaften schrumpfen seit Jahrzehnten. Diese Institutionen sind nicht nur Interessengruppen, sondern eben auch Foren der politischen und gesellschaftlichen Bildung, dienen dem Abgleich von Positionen und vermitteln die hohe Kunst des Kompromisses. Solche Foren sind rar geworden: Meinung wird privat gebildet und kommt ohne Widerspruch aus.

Viele wirken in der Gegenwart von Fremden erstaunt und überfordert

Der digitale Kapitalismus weiß das zu nutzen: Schon 2013 analysierte Frank Schirrmacher in seinem Buch „Ego“, wie die im Kalten Krieg entwickelte, nichtkooperative Spieltheorie als Grundlage für jene Algorithmen diente, mit denen heute die großen Plattformen arbeiten: Maximale Gewinnoptimierung bei minimaler Rücksicht, und der Sieger bekommt alles – die Trump’sche Art, Politik zu machen, ist keine Ursache, sondern sie war dann von 2016 an Symptom dieser langfristigen Trends.

Der negative Aspekt des zugegebenermaßen auch als befreiend erlebten, digitalen und postmodernen Individualismus ist die zunehmende Vereinzelung, die Abnahme der Kompetenz, zu kooperieren und Kompromisse zu finden, sowie die Zunahme des allgemeinen Misstrauens. Manchmal kann man das sogar auf Straßen, in Bahnhöfen oder Fußgängerzonen beobachten: Obwohl die Erdbevölkerung so groß ist wie noch nie, scheint die Fähigkeit, sich in einer Menge zu bewegen, Rücksicht zu nehmen und höflich zu interagieren, abzunehmen. Wo Menschen am Arbeitsplatz, in Schule, Studium und Freizeit nur daran gewöhnt sind, nach vorn auf einen Schirm zu schauen, geht das Gespür dafür abhanden, dass auch hinter mir noch etwas passiert, jemand sein mag, der vorbei möchte. Viele wirken in der Gegenwart von vielen Fremden schlicht erstaunt und überfordert.

Diana Kinnert und Marc Bielefeld haben die Tragweite des Problems in ihrem Sachbuch „Die neue Einsamkeit“ eindrücklich belegt. Es handelt sich längst um ein vordringliches gesellschaftliches Thema mit weitreichenden, übrigens auch gesundheitlichen Konsequenzen. Und es verändert die Politik, wie jede neue gesellschaftliche Kraft. Als sich die Industriearbeiter formierten, fand das seinen Ausdruck im Aufstieg von Sozialdemokratie und Kommunismus; als die religiöse Landbevölkerung und die frommen Handwerker der Provinzstädte sich in Zeiten zunehmender Urbanität und Moderne zusammenfanden, begann der politische Katholizismus. Bewegungen wie die Querdenker sind der politische Arm der Einsamkeit.

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Wie weit werden wohl die „Freiheitskämpfer“ noch gehen wollen?

Eine interessante Recherche in der Süddeutschen Zeitung vom 10.05.2021 zeigt die Entwicklung, welche von „führungsgierigen“ Leuten organisiert wird und scheinbar auch dankbar von „führungswilligen“ Leuten angenommen wird. Hier mal was zum Lesen: #hassmessen

Wie man sich gegen Blender und Verführer schützen kann, ist eine breite Information und Aufklärung, in der Hoffnung, dass die Führungswilligen und Mitmarschierer noch nicht in ihrer Bubble/ Infoblase gefangen sind und weiter noch alle Meinungen sich anhören und abwägen. Zur Aufklärung findet man hier weitere Informationen, die ihre „gesellschaftliches Gift“ unter die Leute verteilt.

Wie gesagt, ich will niemanden belehren. Die Leute sollen sich selbst Gedanken machen, was schief läuft und welches Maßnahmen wohl helfen könnten. Da hilft auf jeden Fall mal ein paar Jahre weiter zu denken und die Folgen unseres jetzigen Tuns zu beurteilen.

#allesdichtmachen

Wenn man bedenkt, dass hier recht bekanntes Fernseh-und Kinopersonal sich mit Ironie sich über die politischen Maßnahmen ereifern, dann mag das für Künstler und Schauspieler eine tagtägliche Übung sein, um ihre Arbeit und ihren Applaus/Lohn zu erhalten. Wenn das ganze allerdings auf dem Rücken von schwer erkrankten Menschen, die eigentlich mitten im Leben stehen und aus den Leben geschmissen worden und überlasteten ITS-Personal erfolgt, da kann einen schon recht mulmig über ihren intellektuellen Horizont werden.

Die einzige Hoffnung, die man hier noch hat, sind Tobias Schlegl und Jan Böhmermann:

Wenn solche bestimmt nicht schlecht bezahlte Schauspieler die Wirkung ihrer „Dramavorstellung“ in dieser wirklich dramatischen Situation nicht begreifen und für billigen Applaus sich aus einer Richtung der ständig unsolidarischen AfD, Verschwörungstheoretiker und Querdenker abholen, dann sind sie meiner Meinung nach nicht halb so gut, wie sie glauben.

Mein Vorschlag, wenn es mal wieder etwas länger zum nächsten Schauspiel/ Applaus dauert, haltet Grabreden bei den Angehörigen, die ihre verstorbenen Familienmitglieder wegen mangelnder Maßnahmen auf der Arbeit nicht nachkommen konnten und erkrankten und verstarben.

Warum schaffen Menschen die einfachste Sache nicht zu verstehen? Zuerst müssen die Infektionszahlen runter, ohne dem steigen die Zahlen der Mutationen, die Zahlen ITS-Patienten in den Krankenhäusern und Opfer, die der Infektion scheinbar nicht ausweichen konnten und versterben.

Das regierende nicht frei von Schuld sind, steht hier nicht außer Frage. Das kann und muss man auch kritisieren. Aber als erstes gehört die Pandemie so effektiv und schnell wie möglich in den Griff zu bekommen. Da kann es auch zu Grundrechtseinschnitten kommen. Das sollte aber immer wieder nach dem Infektionsgeschehen entsprechend angepasst werden, auch in den Parlamenten, wo Volksvertreter sitzen, die wohl von der Wissenschaft sich gar nichts erklären lassen wollen.

Da ist als erstes die Vereinheitlichung und Modernisierung der Datenübertragung zwischen den Gesundheitsämtern, dem RKI (Corona-App) und den Laboren herzustellen. Nur so sind verlässliche Zahlen zu erhalten und man kann die richtigen Konsequenzen daraus folgen lassen. Das nächste ist ein einheitlicher Plan für bestimmte Situationen/Infektionszahlen zu definieren, die auch wirklich gegen eine weitere Verschärfung der Infektion helfen und nicht wie jetzt, wo mal hier etwas probiert wird und da die Schulen und Produktionsbetriebe auf Teufel komm raus offen bleiben müssen.

Die Einsicht muss lauten: AHA-Regeln streng einhalten, Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen sowie Mindestabstand. In Innenräumen auf der Arbeit FFB2-Maskenpflicht, Schnelltestpflicht, wie auch bei Einkauf, notwendigen Besorgungen und Arztbesuchen. So wie es aussieht, kann jeder Mensch die Übertragung des Virus ohne machbare Schutzmaßnahmen nicht verhindern. Da ist das richtige Tragen von Masken (mind. med. OP-Masken, besser FFB2-Masken) für jeden im erhöhten Infektionsbereich, Landkreis, Arbeitsplatz, Schule und Geschäften eine tolerierbare Freiheitseinschränkung zum Schutz unserer Mitmenschen und unserer selbst.

Ein weiteres „Krebsgeschwür“ in dieser Zeit ist die Rechthaberei von zu vielen geltungsbedürftigen Juristen, die glauben in einer Pandemie auf jedes Recht pochen zu dürfen. Da werden rechtstaatliche Pflichten zum Schutz der Bevölkerung mit einem Wisch missachtet und die Erkrankten und Verstorbenen zu Kollateralschäden ausgeblendet, dass an der charakterlichen Widerwärtigkeit kaum noch zu übertrumpfen ist. Dass sowas von AfD-Leuten, Reichsbürgern, Rechtsradikalen und Verschwörern/Spinnern kommt, lässt die Respektschwelle bei diesen Akteuren ins bodenlose fallen – das ist meine Meinung und werde es wohl noch sagen dürfen!!

Faktencheck über Covid-19

Was man glauben kann und was man nicht glauben kann. Hier ein Leitfaden.

Bei den Disskussionsrunden werden ja mitunter Sachen behauptet und Dinge durcheinander „gewürfelt“, wo man gar nicht mehr argumentieren kann. Ich verweise auf wissenschaftliche Erkenntnisse von Experten, die im Problemstoff auch die gewisse Expertise haben, und nicht unbedingt den Leuten, die glauben, es besser zu wissen und mit ihrem Titel vielleicht gar nicht für dieses Fach genügend Überblick haben. Oft will man mit der Verunsicherung der Leute auch irgendwas erreichen, Stimmungsumschwünge und Wichtigtuerei sind kein guter Ratgeber in einer Situation, wie dieser Pandemie, wo alle noch viel lernen müssen.

Zitat

Mal was lustiges …

… in ernsten Zeiten:

Ein Flugzeug mit fünf Passagieren, aber nur vier Fallschirmen, stürzt ab. An Bord: Donald Trump, Boris Johnson, der Papst, Angela Merkel und ein junger Student aus Yale. Donald Trump sagt: „Ich bin der intelligenteste Mann der USA und ich werde gebraucht, um ‚Make America Great Again‘ durchzusetzen“, schnappt sich den ersten Fallschirm und springt. Boris Johnson sagt: „Ich werde gebraucht, um die Größe und Würde des Vereinigten Königreichs wiederherzustellen“, greift sich den zweiten Fallschirm und springt. Der Papst sagt: „Die Welt braucht mich wie sie die heilige katholische Kirche braucht“, nimmt den dritten Fallschirm und springt. Bleibt ein Fallschirm übrig. Angela Merkel schaut den Studenten an und sagt: „Du kannst den letzten Fallschirm haben. Ich habe mein Leben bereits gelebt, Deins beginnt gerade.“ Der Student antwortet: „Machen Sie sich keine Sorgen. Es sind noch zwei da. Der intelligenteste Mann Amerikas hat meinen Rucksack genommen.“

Hinter der Fassade der „großartigsten Nation“ der Welt

Direkt aus dem dpa-Newskanal

„Washington (dpa) – Donald Trump bezeichnet die Vereinigten Staaten gerne als das „großartigste Land“ der Welt. Die größte, tollste, beste Nation mit der stärksten Wirtschaft, militärischer Übermacht, den smartesten Köpfen und allgemeiner Überlegenheit in eigentlich jedem Bereich.

Der US-Präsident hat generell einen Hang zu Superlativen. Aber auch andere Amerikaner neigen mitunter zu Überschwang, wenn es um das eigene Land geht. Die Corona-Pandemie offenbart jedoch mehr denn je Defizite im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“.

MILLIONEN OHNE KRANKENVERSICHERUNG

Ein beachtlicher Teil der US-Gesellschaft ist nicht krankenversichert. Laut einer Zensus-Auswertung, die im November veröffentlicht wurde, hatten 2018 etwa 27,5 Millionen Amerikaner keine Krankenversicherung – 8,5 Prozent der Bevölkerung. Viele von den Millionen Menschen, die durch die Corona-Krise in den vergangenen Wochen ihren Job verloren haben, kommen nun noch hinzu. In einem Gesundheitsnotstand wie diesem wiegt das besonders schwer: Wer nicht versichert ist, scheut wegen der Kosten eher davor zurück, zum Arzt zu gehen, sich testen und behandeln zu lassen. Das erleichtert eine Ausbreitung des Virus. Die US-Regierung will einspringen und hat zugesagt, niemand müsse sich um die Kosten für Corona-Tests und -Behandlungen sorgen. Details sind aber unklar.

MILLIONEN „ILLEGALE“

Schätzungen zufolge gibt es in den USA 10,5 bis 12 Millionen Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Angesichts der harten Migrationspolitik unter Trump leben viele in Dauerangst vor einer Abschiebung. In der aktuellen Krise schrecken unter ihnen laut Hilfsorganisationen einige davor zurück, eine Ansteckung zu melden oder sich medizinische Hilfe zu suchen – aus Furcht vor Repressalien oder Nachteilen bei ihren Bemühungen um einen dauerhaften Aufenthaltsstatus. Offen ist auch, ob der Staat für Unversicherte ohne Papiere ebenfalls medizinische Corona-Kosten übernehmen wird.

EIN KRANKES GESUNDHEITSSYSTEM

In den USA sind Gesundheitskosten höher als in vielen anderen Ländern der Welt. Einfache Arztbesuche kosten schnell Hunderte Dollar, Krankenhausbesuche astronomische Beträge und Medikamente sind teils um ein Vielfaches teurer als anderswo. Eine Behandlung wegen des Coronavirus selbst zu zahlen, womöglich mit einem längeren Krankenhausaufenthalt, kann Menschen ohne Rücklagen also in ein finanzielles Desaster stürzen. Das US-Gesundheitssystem scheint für die Pandemie auch nicht optimal gerüstet: Bei der Zahl der Krankenhausbetten pro 1000 Einwohner liegen die USA weit abgeschlagen hinter den meisten OECD-Staaten. In der aktuellen Krise werden daher an besonders betroffenen Orten eilig provisorische Krankenhäuser eingerichtet – allen voran in New York. In der größten Volkswirtschaft der Welt mangelt es auch dramatisch an Beatmungsgeräten oder einfacher medizinischer Ausrüstung wie Schutzmasken für Krankenhauspersonal.

LEBEN VON GEHALTSSCHECK ZU GEHALTSSCHECK

Die US-Notenbank berichtete im vergangenen Mai, etwa 40 Prozent der Amerikaner könnten eine unerwartete Ausgabe in Höhe von 400 Dollar (knapp 350 Euro) entweder überhaupt nicht stemmen oder müssten sich dafür Geld leihen oder Besitz verkaufen. Das heißt, eine kaputte Waschmaschine oder ein Schaden am Auto stellen viele Amerikaner schon in normalen Zeiten vor große finanzielle Probleme. In der Corona-Krise, die viele Arbeitsplätze dahinrafft, verschärft sich das Problem, weil vielen schlicht die Ersparnisse fehlen, um Gehaltsausfälle zu überbrücken.

SCHLECHTE SOZIALE ABSICHERUNG

Durch die Corona-Krise verloren dazu allein in den vergangenen drei Wochen mehr als 16 Millionen Menschen in den USA ihren Job. Entlassungen sind in den USA in der Regel viel einfacher möglich als etwa in Deutschland. Die Arbeitslosenhilfe wurde zwar angesichts der Krise ausgebaut, ist aber weit entfernt von Leistungen wie in Deutschland. Ein anderes Problem: In vielen Jobs bekommen die Menschen kein Gehalt, wenn sie krank zu Hause bleiben. Sie können es sich nicht leisten – wie von der Regierung empfohlen – schon bei milden Symptomen im Bett zu bleiben. Stattdessen gehen sie im Zweifel arbeiten und tragen so zur weiteren Ausbreitung des Virus bei.

SOZIALE UNGLEICHHEIT

Die Krise wirft auch ein Schlaglicht auf die Benachteiligung bestimmter Gruppen in der Gesellschaft: Nach Angaben der US-Regierung sind Afroamerikaner von der Epidemie überproportional betroffen. Der Hintergrund: Probleme wie Herzkrankheiten, Diabetes oder Übergewicht seien bei ihnen häufiger als bei anderen Gruppen – und solche Vorerkrankungen beförderten schwere Verläufe mit Covid-19. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, der Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci, sagt, Afroamerikaner seien in den USA generell gesundheitlich benachteiligt, doch nun zeige sich einmal mehr, wie inakzeptabel das sei. Eine Krise wie die aktuelle werfe manchmal eben „ein helles Licht auf einige echte Schwächen in der Gesellschaft“.

HUNGRIG OHNE SCHULESSEN

Nach einer Aufstellung des US-Agrarministeriums lebten 2018 rund sechs Millionen Kinder in den Vereinigten Staaten in Haushalten, die nicht immer ausreichend Essen für alle Familienmitglieder zur Verfügung haben. Viele Kinder sind auf eine Mahlzeit in der Schule angewiesen. Dass Schulen durch die Krise Wochen- oder zum Teil monatelang geschlossen bleiben, bringt sie in echte Schwierigkeiten.“

Wie gut es uns doch noch geht, hier in Deutschland – trotz aller Unzulänglichkeiten und der Pandemie Corona.